Bettgeflüster

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„Heast is mia hoaß“: Während wir unsere Hitzewallungen tagsüber mit einem Sprung in den erfrischenden Attersee
in den Griff bekommen können, wird es nachts schon etwas schwieriger. Tropische Temperaturen auch noch weit nach Mitternacht, wie soll man da bitte an Schlaf denken? Wir haben bei einem nachgefragt, der es wissen muss – unserem Chef-Grafiker Hannes, der das beneidenswerte Talent besitzt, immer und überall wie auf Kommando
wegdösen zu können. 

Heiße Nächte in Palermo? Von wegen. Auch am Attersee kannes in der einen oder anderen Hochsommernacht ziemlich ungemütlich werden. Was machen wir da? Wir fragen unseren Hannes, der sich mit richtig coolen Schlaftipps für die heiße Jahreszeit auskennt. Sagt er zumindest. Mal schauen, ob es stimmt. 

 

In Sachen Ventilator

„Mit Ventilatoren ist das echt so eine Sache“, werden wir von unserem ganz persönlichen Schlafexperten aus dem Gustav-Team als erstes aufgeklärt. Wir werfen unweigerlich einen wehmütigen Blick auf unsere neueste Errungenschaft aus dem Baumarkt. Der gerade erst gekaufte Ventilator hätte in diesem Sommer eigentlich unser ständiger Begleiter werden sollen. „Klar bringt euch das Teil eine schnelle Abkühlung, wenn‘s in der Nacht zu heiß wird“, meint Hannes. „Aber passt nur auf. Denn Ventilatoren, genauso wie Klimaanlagen auch, können ganz schön fies sein und eure Nasenschleimhäute austrocknen. Und dann wird‘s richtig ungut. Denn dann produziert euer Körper überflüssigen Schleim und ihr sitzt am Ende mit einer verstopften Nase da.“ 

 

Während wir uns in Gedanken schon beim Taschentücher-Großeinkauf sehen, legt Hannes noch eins drauf: „Auch eure Muskeln können sich von der vielen kalten Luft ziemlich verspannen – und das könnt ihr doch unmöglich wollen.“ Nein, das wollen wir natürlich nicht. Die Botschaft ist angekommen – kein Ventilator für super-empfindliche Nasen im Schlafzimmer. Das hat aber unser Grundproblem – die Suche nach erholsamem Schlaf trotz Affenhitze –auch nicht wirklich gelöst. 

 

Zum Glück ist Hannes gerade erst in Fahrt gekommen und hat auch schon den nächsten Tipp für uns. „Ich sag euch, wie ihr vorgeht“, klärt er uns auf. „In der Früh lüftet ihr das Schlafzimmer kurz durch und dann macht ihr alles dicht und verdunkelt – also Fenster zu, Vorhänge zu, Rollos runter. Das volle Programm, verstanden? Das bleibt dann so bis spät in den Abend. So sperrt ihr die Hitze aus und habt es nachts nicht zu heiß im Schlafzimmer.“ Echt jetzt? Das sollen die ultimativen Schlaftipps sein, von denen wir uns so viel versprochen hatten? Als ob wir das alles nicht schon vorher gewusst hätten. Diese Kritik lässt unser lieber Kollege nicht lange auf sich sitzen und hat dann doch noch einige Tricks auf Lager, die wir noch nicht alle kannten.  

 

Na dann, Prost!

Wie etwa die Sache mit dem Trinken. „Viel Trinken“ heißt ja eigentlich die Devise an heißen Sommertagen. Trotzdem sollten wir ab dem späteren Abend keine riesigen Mengen an Flüssigkeit mehr zu uns nehmen. Denn das kann zu einem verstärkten Harndrang und in weiterer Folge zu Durchschlafstörungen führen. Um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei tropischen Temperaturen kümmern
wir uns also am besten im Laufe des Tages und gehen es am Abend piano an. Eine kleine Zusatzinfo an dieser Stelle: Mit Flüssigkeit ist natürlich Wasser gemeint. Bier, Wein oder Gin machen weniger Sinn – zumindest in Bezug auf den guten Schlaf.

 

Leichtes Abendessen

Gleiches gilt für das Essen. Wer an extra-heißen Tagen mit Schlafproblemen zu kämpfen hat, sollte deftige Kost vom Speiseplan streichen. Denn auch ein voller Magen ist nicht gerade die beste Voraussetzung für eine erholsame Nachtruhe. Ein Tipp, bei dem auch Hannes grünes Licht gibt: zum Attersee-Fischerl greifen, zu leichten Salaten oder ein paar Früchten, zum Beispiel von den hiesigen Bauernmärkten.

 

Sport vorm Schlafengehen

So viele Entbehrungen. Da freuen sich alle Sportmuffel bestimmt über den nächsten Schlaftipp von Hannes. „Ich persönlich finde, dass drei Stunden vor dem Schlafgehen kein Sport mehr gemacht werden soll“, erklärt er uns. Während einige in der Redaktion begeistert Beifall klatschen und sich insgeheim schon darüber freuen, endlich eine gute Ausrede für den Ausfall des nächsten Workouts zu haben, schwächt Hannes sofort wieder ab. „Das soll jetzt nicht heißen, dass ihr überhaupt keinen Sport machen sollt. Probiert es mal mit Morgensport.“ Ach nö, wie fies. So hatten wir uns  das jetzt nicht vorgestellt.

Aber im Grunde hat er Recht. Durch späte Aktivitäten regen wir den Kreislauf an und schwitzen mehr. Tatsächlich wäre Morgensport also eine ziemlich gute Sache. Wer aber sowieso nie vor Mitternacht in die Federn kommt, kann sicher auch um 20:00 Uhr noch eine kleine Fitness-Session einlegen.

 

Zum Warmduscher werden

Und danach eine eiskalte Dusche, oder? Hannes schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. „Bloß nicht, da beginnt ihr ja gleich noch mehr zu schwitzen. Unbedingt mit lauwarmem Wasser duschen.“ 

 

Prüde sein zahlt sich aus

Als Nächstes klärt uns Hannes in Sachen Pyjama & Co auf. „Auch im Hochsommer solltet ihr nicht ohne eine leichte Decke oder nackt schlafen“, erfahren wir von ihm. „Ihr müsst euch das so vorstellen: Selbst wenn es sehr heiß ist, kühlt sich das Schlafzimmer im Laufe der Nacht immer mehr ab. Wenn ihr anfänglich noch etwas geschwitzt habt und weder Bettdecke noch Pyjama vorhanden sind, um den Schweiß aufzusaugen, könnt ihr euch leichter erkälten.“ Na gut, wenn es hilft, dann schlafen wir halt zugeknöpft.

 

Cooler Pyjama

„Apropos Pyjama, jetzt verrate ich euch noch meinen absoluten Lieblingstipp“ fährt Hannes fort. „Legt euren Pyjama oder das Nachthemd vor dem Schlafengehen einige Stunden in den Kühlschrank. Für mich gibt‘s nichts Besseres, wenn ich schlafen will, im Schlafzimmer aber zu hohe Temperaturen herrschen. So ein gekühlter Pyjama ist echt angenehm auf der Haut.“ 

Das Ganze kann man übrigens auch mit Socken machen. Und auch eine Wärmflasche, die man zur Kühlflasche umfunktionieren kann, ist eine super Sache. Dafür gibt man eine mit Wasser befüllte Wärmflasche ebenfalls für ein paar Stunden in den Kühlschrank.
Et voilà: Zumindest für eine Zeit lang bleibt es angenehm kühl unter der Decke. Die so genannte Kühlflasche sollte aber nur an den Beinen, Armen und der Stirn zum Einsatz kommen, im Nacken am Bauch und kann sie zu Verspannungen und Nierenent-
zündungen führen.  

 

Feuchtgebiete

Über den Effekt von nassen Laken und Handtüchern, die im Schlafzimmer aufgehängt werden, herrscht Uneinigkeit. Während manche meinen, dass sich damit subtropische Bedingungen im Schlafzimmer einstellen, ist Hannes ein klarer Befürworter. „Das mach ich im Sommer immer so. Ich finde, das verbessert das Raumklima ungemein und die Verdunstungskälte, die dadurch entsteht, reduziert die Raumwärme.“

 

Wir sagen in diesem Fall: Probieren geht über Studieren. Was übrigens auf alle Tipps zutrifft, die hier von unserem Hannes vorgestellt wurden. In diesem Sinne, gute Nacht.

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