Neulich am Attersee

Wer am Attersee ein fesches Mädl „afzwickn“ will, hat es momentan nicht leicht. Schon früher, in den guten, alten Ausgeh-Zeiten, war es nicht einfach, seinem Objekt der Begierde näherzukommen. Jetzt gibt‘s noch eins drauf und alle paarungswilligen Partylöwen müssen hochoffiziell Social Distancing betreiben. Will man beim Aufriss noch dazu mit ein bisschen Oberösterreicher-Slang punkten, hat man unter Umständen ein weiteres Problem: Man wird womöglich nicht verstanden. Da es an der Kommunikation aber nicht scheitern soll, gibt‘s hier für alle Ladies, die ebenfalls auf der Suche sind, jedoch mit dem hiesigen Dialekt noch keine Erfahrung haben, eine Übersetzungshilfe. Damit ihr auch sicher wisst, ob hinter dem einen oder anderen Anmachspruch auch wirklich ein wahrer Gentleman steckt oder ob es nicht doch besser wäre, schnell das Weite zu suchen. 

Beid á weng

Heißt übersetzt: Warte kurz. Wenn euch Mr. Maybe Right mit diesen Worten kommt, will er also nur, dass ihr für einen Moment innehaltet und ihm eure ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lässt. Unser Tipp: der Bitte einfach Folge leisten. Denn wer weiß? So mancher holde Jüngling, der auf den ersten Blick einem richtigen Loamsiada (= Hardcore-Langweiler) glich, entpuppte sich auf den 2. Blick dann doch als Prince Charming.

 

Du mochst mi voi damisch

Als Anmache auch ok. Hier hat euer Gegenüber nicht etwa seine feminine Seite an sich entdeckt, sondern will vielmehr zum Ausdruck bringen,
dass ihn eure Gegenwart völlig verrückt macht.

 

Kannst du blecha?

Es versteht sich von selbst, dass jeder, der euch bereits beim ersten Kennenlernen darum bittet, die Rechnung zu übernehmen, null Chancen bei euch hat und gefälligst selbst blecha, also selbst bezahlen soll. Falls es doch jemand wagen sollte, euch anzupumpen, am besten mit diesen Worten das Weite suchen: „Bei mia host ausgschissen.“ Damit macht ihr deutlich, dass die Sache mit der gemeinsamen Zukunft gegessen ist. 

 

Wüst á Dochtl?

Jemand hat euch ein unmoralisches Angebot gemacht? Dann könnt ihr mit einem: „Sei nicht so frech, sonst gibt‘s eine an die Backe“ kontern. Diese mahnenden Worte müssen natürlich auch im Oberösterreicher-Dialekt an den Mann gebracht werden. Und das geht so: „Sei net goschat, sonst kriagst á Dochtl.“ So klingt das Ganze zum Glück schon fast wie eine Morddrohung und ihr habt garantiert eure Ruhe. Vor allem dann, wenn ihr dabei auch noch ein richtiges Gfriß zieht, also eine unschöne Grimasse schneidet.


Zeit zum Afmaschaln

Gottseidank sind Aufriss-Fehltritte, die weit unter die Gürtellinie gehen, eine richtige Seltenheit hier am Attersee. Die meisten Single-Boys kriegen die Sache mit dem „Afzwickn“ beim Ausgehen gut hin. Da kann man sich echt nicht afpudln, also aufregen. Daher, liebe girls: afmaschaln, also schön machen, und ran an den Mann!